Sprachförderung ist keine reine Familienaufgabe. Auch Kitas und Grundschulen tragen einen wesentlichen Teil zur sprachlichen Entwicklung von Kindern bei. Doch was genau leisten diese Einrichtungen – und wo bleibt die Verantwortung bei den Eltern?
Inhalt:
- Die Rolle der Kita
- Die Rolle der Grundschule
- Was Eltern erwarten können – und was nicht
- So bleibst du als Elternteil eingebunden
Die Rolle der Kita
In Kitas begegnen Kinder einer sprachlich anregenden Umgebung mit pädagogisch geschultem Personal, anderen Kindern unterschiedlichen Sprachstands und einem strukturierten Tagesablauf, der viele natürliche Sprachanlässe bietet – vom gemeinsamen Essen bis zum Morgenkreis. Viele Einrichtungen setzen zudem gezielte Sprachförderprogramme ein, insbesondere für Kinder mit zusätzlichem Förderbedarf.
Die Rolle der Grundschule
Auch im Grundschulalter setzt sich der Spracherwerb fort, auch wenn die größten Entwicklungsschritte meist bereits vorher erfolgt sind. Der Wortschatz wächst weiter, stilistisch und formal komplexere Sätze werden möglich, und die sogenannte phonologische Bewusstheit – eine wichtige Voraussetzung für das Lesen- und Schreibenlernen – wird gezielt trainiert.
Wichtig zu wissen: Untersuchungen mit repräsentativen Daten von Grundschulkindern in Deutschland zeigen, dass Kinder, die selten oder nie Bücher lesen, einen deutlich geringeren Wortschatz entwickeln als Kinder mit regelmäßigem Lesekontakt – ein Hinweis darauf, wie wichtig die Fortführung der Sprachförderung auch im Schulalter ist.
Was Eltern erwarten können – und was nicht
Kita und Schule können wertvolle Impulse liefern, aber sie ersetzen nicht die individuelle sprachliche Zuwendung im Elternhaus. Die U-Untersuchungen beim Kinderarzt bleiben ein wichtiges zusätzliches Instrument, um den Sprachstand unabhängig von der Einrichtung zu überprüfen.
So bleibst du als Elternteil eingebunden
- Frage aktiv bei Erzieherinnen oder Lehrkräften nach dem sprachlichen Stand deines Kindes
- Nutze Elterngespräche gezielt, um Auffälligkeiten anzusprechen
- Führe die Sprachförderung zuhause konsequent weiter – auch wenn die Einrichtung gut aufgestellt ist
- Sieh Kita und Schule als Ergänzung, nicht als Ersatz für die Sprachförderung im Elternhaus
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