Warum funktioniert die Kombination aus Sehen und Hören beim Lesenlernen oft besser als nur eine der beiden Methoden allein? Die Antwort liegt im Konzept des multisensorischen Lernens.
Inhalt:
- Was multisensorisches Lernen bedeutet
- Konkret beim Hörstift
- Auch für Klatsch- und Hörübungen relevant
- Wichtig zu wissen
Was multisensorisches Lernen bedeutet
Beim klassischen Lesen nutzt ein Kind vor allem den visuellen Kanal: Es sieht Buchstaben und muss sie selbstständig in Laute übersetzen. Beim multisensorischen Lernen kommen weitere Sinneskanäle dazu – etwa das Hören der korrekten Aussprache oder das aktive Antippen einer Stelle im Buch. Je mehr Sinneskanäle an einem Lernvorgang beteiligt sind, desto stabiler kann die entstehende Verknüpfung im Gedächtnis sein.
Konkret beim Hörstift
Wenn ein Kind mit dem Hörstift auf ein Wort tippt, passiert Folgendes gleichzeitig:
- Visuell: Das Kind sieht das geschriebene Wort
- Auditiv: Es hört die korrekte Aussprache
- Motorisch: Es führt selbst die Handlung aus, die diese Reaktion auslöst
Diese Dreifach-Verknüpfung unterscheidet sich deutlich von reinem Vorlesen, bei dem das Kind nur zuhört, oder reinem stillen Lesen, bei dem es nur den visuellen Kanal nutzt.
Auch für Klatsch- und Hörübungen relevant
Bereits vor dem eigentlichen Lesenlernen profitieren Kinder von Übungen, die mehrere Sinne verbinden – etwa Klatschspiele, die Wörter in Silben zerlegen, oder Reimspiele, die das Gehör für Sprachlaute schärfen. Der Hörstift kann diese spielerischen Vorstufen sinnvoll fortsetzen, indem er das bewusste Hören von Lauten mit dem Sehen der Schrift verbindet.
Wichtig zu wissen
Multisensorisches Lernen ist kein Wundermittel, das jedes Kind automatisch schneller lesen lässt. Es ist eine zusätzliche Unterstützung, die bei manchen Kindern – insbesondere bei eher auditiv oder kinästhetisch lernenden Kindern – besonders gut greift.
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